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Effizienzhaus Plus im Altbau: Wettbewerb entschieden

Zwei Gewinner des offenen interdisziplinären Planungswettbewerbs für Hochschulen in Zusammenarbeit mit Planungsbüros

Am Planungswettbewerb konnten Hochschulen in Zusammenarbeit mit Planungsbüros teilnehmen. Es haben 14 Teams am Wettbewerb teilgenommen. Die unabhängige Jury hat am 06. Juli 12 entschieden. Das Ergebnis: Zwei Preise mit einem Preisgeld von je 25.000 € und drei Anerkennungen mit einem Preisgeld von je 10.000 €.

Zitat Staatssekretär Bomba:
"Wir sind Zeitzeuge einer Weltneuheit. Dieser Wettbewerb und die bauliche Umsetzung der Ergebnisse stellen einen großen Schritt zur Einführung des Plusenergie-Standards im Gebäudebestand dar. Die erfolgreiche Anwendung neuster Technologien im Bestand zur Umsetzung der Energiewende ist eine besonders herausragende Aufgabe. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wird das Projekt unterstützen und wissenschaftlich begleiten. Unser besonderer Dank gilt der Stadt Neu-Ulm für die tatkräftige Unterstützung bei der Bereitstellung der Modellhäuser."

Zitat Peter Ramsauer:
"Die Stadt Neu-Ulm wird bald um eine Attraktion reicher. Hier werden erstmals sanierte Altbauten mehr Energie produzieren, als sie selbst benötigen. Im Neubau ist das schon zu schaffen, das zeigt unser Haus in Berlin. Neu ist der Versuch, bestehende Häuser auf dieses Niveau zu bringen. Das ist im Hinblick auf die Energiewende ein sehr interessantes Projekt. Wenn es sich bewährt, wäre es ein Riesenschritt in Richtung energieeffiziente Stadt."

Insgesamt sollen vier Altbauten in Neu-Ulm auf "Plusenergiestandard" saniert werden. Beide Gewinnerkonzepte werden in einer Hauszeile jeweils an zwei Bestandsgebäuden umgesetzt. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant. Anschließend treten die vier sanierten Häuser im Rahmen eines zweijährigen Monitorings in den Wettbewerb.

Für dieses anspruchsvolle Projekt hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft Neu-Ulm einen Wettbewerb für die Entwicklung eines Sanierungskonzeptes für ein Plusenergie-Gebäude im Altbau ausgelobt. Der am 21.02.2012 ausgelobte Wettbewerb wurde auf der Sitzung der Jury am 06.07.2012 unter der Leitung von Frau Prof. Lydia Haack (Hochschule Konstanz) entschieden. Die beiden Siegerteams sind:

Die Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr, Institut Energiesystem und Energiewirtschaft,
Prof. Dr.-Ing. Viktor Grinewitschus.

Mit Werner Sobek Stuttgart GmbH
und Oehler Archkom – Solar Architektur







Entwurf der Hochschule Mülheim
(Quelle: Werner Sobek)

Die Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen,
Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger

Mit o5 architekten bda – raab hafke lang
und der ina Planungsgesellschaft mbH







Entwurf der Technischen Universität Darmstadt
(Quelle: o5 architekten bda)



Beiden Wettbewerbteams ist es mit innovativer Planung gelungen, die sanierungsbedürftigen Mehrfamilienhäuser, die zur Zeit für den Betrieb jeweils ernorme 507 kWh/m²a Endenergie benötigen, zu Plusenergiehäusern zu wandeln. Die Energieüberschüsse werden dabei mittels gebäudeintegrierter Photovoltaik produziert.

Eine Besonderheit des Wettbewerbsbeitrags der Hochschule Ruhr West ist die Integration der gesamten Haustechnik in die Außenhülle. Dabei soll ein hochwärmedämmendes Fassadensystem vorgefertigt mit allen notwendigen Leitungskomponenten auf die derzeitige Außenwand montiert werden. Dies entlastet den Grundriss von Leitungsführungen und vermeidet zusätzliche Schächte und Durchbrüche im Innenraum. Die Photovoltaik wird konsequent auf den südausgerichteten Dachflächen montiert. Ein neuartiges Elektro-Managementsystem steuert den dort am Gebäude produzierten Strom für den Eigenverbrauch im Quartier.

Auch der Technischen Universität Darmstadt ist es gelungen, aus einem technisch rückständigen Haus ein kleines Kraftwerk zu schaffen. Die wesentlichen Anlagenteile der Haustechnik werden hier im Dachraum integriert. Auffällig an diesem Entwurf ist jedoch der betont behutsame Umgang mit dem Bestand und die sorgfältige Tageslichtplanung für das Wohngebäude. Der geplante Materialeinsatz erfolgt strikt nach den Vorgaben einer vorbildlichen Ökobilanzierung: die gute Umweltverträglichkeit sowie die leichte Instandhaltung, Trennbarkeit und Entsorgung der eingesetzten Materialien sind hier selbstverständlich.

Die Jury:

  • 1. Prof. Dipl.-Ing. Günter Pfeifer, Darmstadt
  • 2. Prof. Dr.-Ing. Uta Pottgiesser, Detmold
  • 3. Prof. AA. Dipl. Lydia Haack, München
  • 4. Guido Hagel, Dipl.-Ing. Architekt, BBR Bonn
  • 5. Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann, Darmstadt
  • 6. Helmut Mildner, Geschäftsführer NUWOG, Neu-Ulm
  • 7. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, Neu-Ulm
  • 8. Günther Hoffmann, MD BMBVS
  • 9. Andreas Neureuther, Stadtbaudirektor Neu-Ulm

Teilnehmer der Sitzung V.l. Michaela Schmidt, Georg Sahner, Jasmin Kemmler, Helmut Mildner, Carsten Tichelmann, Gerold Noerenberg, Uta Pottgiesser, , Günther Hoffmann, Guido Hagel, Andreas Neureuther, Günther Pfeiffer, Ulrich Zink

Teilnehmer der Sitzung V.l. Michaela Schmidt, Georg Sahner, Jasmin Kemmler, Helmut Mildner, Carsten Tichelmann, Gerold Noerenberg, Uta Pottgiesser, Günther Hoffmann, Guido Hagel, Andreas Neureuther, Günter Pfeifer, Ulrich Zink

Die Preisrichter V.l.: Carsten Tichelmann, Andreas Neureuther, Guido Hagel, Günther Hoffmann, Uta Pottgiesser, Lydia Haack, Gerold Noerenberg, Helmut Mildner, Günther Pfeifer

Die Preisrichter V.l.: Carsten Tichelmann, Andreas Neureuther, Guido Hagel, Günther Hoffmann, Uta Pottgiesser, Lydia Haack, Gerold Noerenberg, Helmut Mildner, Günter Pfeifer

Weitere Informationen auch unter:
http://www.bmvbs.de

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